Acidogenese
Die Acidogenese bildet die zweite Phase der Vergärung im Rahmen der Herstellung von Biogas. Es handelt sich dabei um Abbauprozess von kleineren Moleküleinheiten zu niedermolekularen Säuren organischen Ursprungs wie z.B. Essigsäuren, Milchsäuren oder Buttersäuren. Als Nebenprodukte dieses Vorgangs entstehen dabei außerdem Alkohole sowie Wasserstoff und Kohlendioxid in geringem Umfang. Es kommen hierbei zahlreiche unterschiedliche acidogene Bakterienarten zum Einsatz, die jeweils für die Versäuerung eines bestimmten Substrats "zuständig sind". So gibt es beispielsweise unterschiedliche Bakterienstämme zur Umwandlung von:
- Glukose in Essigsäure
- Glukose in Alkohole
- Aminosäuren in Wasserstoff
- Aminosäuren in Kohlendioxid
- Stärke in Schwefelwasserstoff
- Proteine in Ammoniak
Weiterhin können sich bei der Acidogenese unter ungünstigen Bedingungen (z.B. nicht optimale Temperatur oder unpassender PH-Wert des Substrats) auch unerwünschte Säuren wie Valerian-, Oenanth- oder Capronsäure bilden. Man spricht dabei auch von so genannten ISO-Säuren. Diese Stoffe sind sehr schwer verwertbar und bewirken eine Übersäuerung der Biomasse. Damit sorgen sie dafür, dass der Prozess der Biogasentstehung deutlich gehemmt wird oder gar ganz zum Erliegen kommt. Das ständige Überwachen und Justieren der Einflussfaktoren ist daher unerlässlich.