Acidogenese


Die Acidogenese bildet die zweite Phase der Vergärung im Rahmen der Herstellung von Biogas. Es handelt sich dabei um Abbauprozess von kleineren Moleküleinheiten zu niedermolekularen Säuren organischen Ursprungs wie z.B. Essigsäuren, Milchsäuren oder Buttersäuren. Als Nebenprodukte dieses Vorgangs entstehen dabei außerdem Alkohole sowie Wasserstoff und Kohlendioxid in geringem Umfang. Es kommen hierbei zahlreiche unterschiedliche acidogene Bakterienarten zum Einsatz, die jeweils für die Versäuerung eines bestimmten Substrats "zuständig sind". So gibt es beispielsweise unterschiedliche Bakterienstämme zur Umwandlung von: Die zweite Phase der Biogaserzeugung muss nicht zwangsläufig nach der Hydrolyse folgen, sondern kann auch zeitgleich mit dieser ablaufen. Moderne Biogasanlagen sind auf diesen zeitgleichen Ablauf optimiert, damit die Biogasherstellung möglichst schnell und effektiv ablaufen kann und somit der Ertrag der Anlage optimiert wird. Auch die Acidogenese findet im Gärtank, d.h. dem Fermenter der Biogasanlage statt. Die optimale Temperatur für die Säurebildung liegt bei etwa 30 Grad Celsius, der PH-Wert der Biomasse sollte dabei etwa sechs betragen. Wichtig ist, dass der bei der Acidogenese entstandene Wasserstoff möglichst rasch aus dem Fermenter entfernt wird (zumindest bei zweistufigen Anlagen), da er ansonsten eine hemmende Wirkung auf den Prozess der Säurebildung hat.

Weiterhin können sich bei der Acidogenese unter ungünstigen Bedingungen (z.B. nicht optimale Temperatur oder unpassender PH-Wert des Substrats) auch unerwünschte Säuren wie Valerian-, Oenanth- oder Capronsäure bilden. Man spricht dabei auch von so genannten ISO-Säuren. Diese Stoffe sind sehr schwer verwertbar und bewirken eine Übersäuerung der Biomasse. Damit sorgen sie dafür, dass der Prozess der Biogasentstehung deutlich gehemmt wird oder gar ganz zum Erliegen kommt. Das ständige Überwachen und Justieren der Einflussfaktoren ist daher unerlässlich.