Biogasenstehung
Die Entstehung von Biogas verläuft in einem Prozess, der mehrere Stufen beinhaltet. Das Grundprinzip ist dabei recht einfach: so genannte anaerobe Mikroorganismen bewirken unter Entziehung von Sauerstoff einen Fäulnis- und Vergärungsprozess, in dessen Verlauf die Ausgangssubstanz zu großen Teilen in das Biogas Methan umgewandelt wird. Zurück bleiben lediglich Gärreste, bestehend aus den nicht organischen Anteilen der Ausgangssubstanz sowie Wasser und einem kleinen Rest nicht abgebauter organischer Substanz. Dabei handelt es sich meist um sehr holz- oder zellulosereiche Teile. Wie bereits erwähnt, durchläuft der Prozess der Biogasentstehung mehrere Stufen. Dabei ändern die Ausgangsstoffe (auch als "Biomasse" bezeichnet) von Stufe zu Stufe ihre molekulare Struktur. Die ehemals hochmolekulare Substanz wird im Verlauf der Vergärung immer niedermolekularer. Dies kann allerdings nur bei einer wasserreichen Ausgangssubstanz funktionieren, da ohne ausreichende Feuchtigkeit kein Vergärungsprozess einsetzt. Es besteht jedoch die Möglichkeit bei wenig wassereichen Ausgangsstoffen gezielt Wasser zuzusetzen und damit den Vergärungsprozess zu ermöglichen.
Im Prinzip kann also jede organische Substanz durch Vergärung zu Biogas umgewandelt werden, auch weil sich die für die Vergärung notwendigen Bakterienkolonien jedem Ausgangsmaterial anpassen können. In der Praxis macht die Verwendung mancher Ausgangsmaterialien aber wenig Sinn, weil der Umwandlungsprozess dabei einfach zu lange dauern und das Verfahren damit unrentabel machen würde. Unterschieden werden muss grundsätzlich zwischen der natürlichen Entstehung und der technischen Erzeugung von Biogas. Zur Klarstellung: Auch bei der technischen Erzeugung von Biogas läuft der natürliche Entstehungsprozess ab, allerdings wird das Gas hier ganz gezielt hergestellt, um es später kontrolliert zu verbrennen und dadurch Energie zu erzeugen. Durch die kontrollierte Verbrennung wird kein Kohlendioxid erzeugt, daher handelt es sich um ein umweltschonendes Verfahren zur Energiegewinnung. Ganz anders bei der natürlichen Entstehung von Biogas. Da dieses unkontrolliert in die Atmosphäre abgegeben wird, trägt es unmittelbar zum gefürchteten Treibhauseffekt bei und belastet daher unsere Umwelt. Aus diesem Grund ist es angeraten, die natürliche Produktion von Biogas unter Kontrolle zu behalten bzw. nach Möglichkeit weiter einzudämmen, um zukünftigen Umweltschäden vorzubeugen. Die technische Erzeugung von Biogas kann und sollte dagegen weiter gefördert werden.
Die bei der Erzeugung von Biogas verbleibende Restmasse bildet einen biologisch wertvollen Dünger, der entsprechend weiterverwendet werden kann. Im Vergleich zur Ausgangssubstanz weist dieser Dünger sogar zahlreiche Vorteile auf, zum Beispiel die Verbesserung der Dungeigenschaften durch den reduzierten Kohlenstoffgehalt oder das automatische Abtöten von Unkrautkeimen während der Vergärung. Dadurch bilden sich beim späteren Einsatz auf den Feldern weniger unerwünschte Schädlingspflanzen, wodurch sich der Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln bzw. Pestiziden wirkungsvoll verringern lässt. Auch der Geruch des Düngers wird durch den Fermentationsprozess reduziert, da eine ganze Reihe von geruchbildenden Keimarten während der Biogasproduktion abgetötet werden.
Nutzt der Mensch also die Vorteile im Zusammenhang mit der Entstehung von Biogas für sich aus und setzt diesen Prozess kontrolliert und sinnvoll ein, können damit wertvolle fossile Brennstoffe eingespart werden. Durch die weiterführenden Möglichkeiten der sauberen Energiegewinnung und Entlastung der Umwelt, z.B. durch bessere Düngemittel, kann die Umwelt effektiv entlastet werden.