Fahrsilo

Für die Lagerung vom Substraten für die Beschickung einer Biogasanlage sind spezielle Einrichtungen erforderlich. Heute werden dafür meist so genannte Fahrsilos verwendet. Dabei handelt es sich nicht – wie manche vielleicht denken mögen – um ein fahrbares Silo in Form eines Anhängers o.ä. Früher kannte man Silos zur Lagerung von Getreide usw. fast ausschließlich in zylindrischer oder eckiger Hochform. Zur Lagerung von Gras, Grünfutter und anderen Substraten für die Erzeugung von Biogas sind diese Hochsilos jedoch nur sehr schlecht geeignet. Daher bevorzugt man inzwischen eine andere Siloform – das Fahrsilo. Hierbei handelt es sich um flache Silobauten, die aus einer Bodenplatte sowie zwei Seitenwänden bestehen. Nach oben hin wird ein solches Silo meist mittels Kunststoffplanen abgedeckt, auf denen oft noch zusätzlich ein Vogelschutzgitter angebracht wird.

Ihren Namen haben die Fahrsilos, weil die Beschickung vorgenommen wird, indem ein Traktor mit Ladewagen oder ein Lastwagen sehr langsam darüber fährt und während dem Fahren die Ladung gleichmäßig im Silo verteilt. Durch das Gewicht der Fahrzeuge werden die unteren Schichten der Silage immer wieder verdichtet. Nach jedem Beschicken wird das Silo wieder mit der Kunststoffplane luftdicht verschlossen. Die Seitenwände von Fahrsilos werden meist etwas angeschrägt gebaut, so sind sie einerseits wesentlich stabiler als gerade Silowände, andererseits lässt sich die Abdeckplane damit auch leichter in Form bringen und beschweren. Das Beschweren der Plane wird dabei mit alten Felgen, Reifen oder mit Sandsäcken vorgenommen. Zum Entnehmen der recht hoch verdichteten Silage sind spezielle Vorrichtungen notwendig. Für Traktoren gibt es dazu eigens entwickelte Silozangen, die am Frontlader befestigt werden oder alternativ die so genannten Siloblockschneider, welche am Heck angebracht werden. Diese können die Silage wieder auflockern, was zum Beschicken des Fermenters der Biogasanlage meist nötig ist. Kostentechnisch sind Fahrsilos wesentlich günstiger herzustellen als Hochsilos und werden daher immer öfter bevorzugt. Beim Lagern von Grünpflanzen- oder Grassilage wäre es außerdem sehr umständlich, ein Hochsilo mit diesen Materialien zu beschicken. Nachteile gibt es beim Fahrsilo nur wenige – etwa ein etwas erhöhter Platzbedarf im Vergleich mit einem Hochsilo. Außerdem besteht bei einem Fahrsilo die Gefahr, dass Tiere (z.B. Mäuse, Ratten oder Vögel) die Plane beschädigen oder von unten an die Silage gelangen. Dies kann jedoch durch entsprechende Gegenmaßnahmen wie der Einsatz von Vogelnetzen weitgehend vermieden werden.

Eine ähnliche, aber noch viel günstigere Version des Fahrsilos ist der Freigärhaufen. Es handelt sich dabei quasi um ein Fahrsilo, aber ohne Bodenplatte und Wände. Der Freigärhaufen wird meist auf nicht befestigtem Untergrund wie zum Beispiel Gras angelegt. Das Silagematerial wird in mehreren Schichten flach ausgebreitet und verdichtet. Anschließend wird – wie beim Fahrsilo – eine Abdeckplane darüber gelegt und diese ausreichend beschwert. Außerdem den geringen Kosten für die Plane und das Beschwerungsmaterial ist diese Lösung komplett kostenfrei.