Steuerungszentrale

Die Steuerungszentrale ist sozusagen das Gehirn der gesamten Biogasanlage. Sie ist meist in einem speziellen Container untergebracht, in dem sich oft auch das der Biogasanlage angeschlossene Blockheizkraftwerk sowie andere Regeleinrichtungen, wie zum Beispiel der Kondensator, befinden. Auch alle Sicherheitseinrichtungen für die Biogasanlage wie beispielsweise die Notabschaltung und die Feuerschutzmaßnahmen befinden sich in der Regel in der Steuerungszentrale. Oft ist hier auch eine Zusatzfunktion mit eingebaut, mit der sich alle Anlagenteile jederzeit auf eine manuelle Bedienung umstellen lassen.

Das Herz der Steuerungszentrale ist der Schaltschrank. In ihm fließen alle elektrischen Leitungen der gesamten Anlage zusammen und der komplette Anlagenbetrieb (Pumpen, Rührwerke, Einfüllstation etc.) kann von dort aus bequem gesteuert werden. Auch alle Messeinrichtungen wie zum Beispiel Füllstandsmesser, Sonden, Temperaturfühler und ähnliches melden ihre Messwerte regelmäßig an die Steuerungszentrale, wo diese verarbeitet und grafisch für den Bediener aufbereitet werden. Eine moderne, computergestützte Steuerungsanlage überwacht zunächst alle wichtigen Input-Parameter der Biogasanlage. Dazu gehören die Substratarten, die Substratmengen sowie die Zeitpunkte der jeweiligen Einfüllung. Weiter geht es mit der Arbeit des Fermenters. Auch hier überwacht und steuert in die Anlage alle wichtigen Prozesse, betätigt in regelmäßigen Abständen die Rührwerke, misst und reguliert die Temperatur im Fermenter und überwacht den Füllstand des Gases. Ebenso ist die Steuerung der Anlage dafür zuständig, den Zeitpunkt der Entleerung der Gärreste im Fermenter automatisch festzulegen und diesen unter Umständen ebenfalls automatisch zu entleeren. Im weiteren Verlauf der Biogasproduktion überwacht die Steuerungszentrale die produzierten Gasmengen und kann das Gas vollautomatisch auf seine Inhaltsstoffe beziehungsweise seine Qualität analysieren. Aufgrund der festgestellten Analysewerte kann wiederum die Steuerung der gesamten Anlage automatisch so reguliert werden, dass das Endprodukt stets optimal in seiner Zusammensetzung ausfällt. Diese wird z.B. dadurch erreicht, dass mehr flüssig- oder mehr Festsubstrat hinzugefügt wird, die Temperatur verändert oder die Lagerdauer des Substrats entsprechend angepasst wird. Die Steuerungszentrale kann schließlich ebenfalls zur Steuerung der an die Biogasanlage angeschlossenen Weiterverarbeitungsaggregate genutzt werden. Sie kann beispielsweise die Produktion von Strom- und/oder Wärme in einem angeschlossenen Blockheizkraftwerk automatisch steuern und für die Einspeisung in Strom- oder Fernwärmenetze sorgen. Computergesteuerte Anlagen können außerdem Daten dauerhaft speichern und zur Analyse der Effektivität der Biogasanlage entsprechend grafisch aufbereiten. Auch in Bezug auf die Anlagensicherheit regelt die Steuerungszentrale alle wichtigen Funktionen. Sie kann zum Beispiel bei einem Störfall eine automatische Warnmeldung an ein Mobiltelefon senden oder den Betrieb der Anlage automatisch herunterfahren beziehungsweise diese ganz abschalten. Ebenso ist es möglich, bei einem Fehler mit nachfolgendem Stillstand der Anlage automatisch dafür zu sorgen, dass überschüssiges Gras automatisch abgelassen oder durch eine Sicherheitsfackel verbrannt wird.

Moderne Steuerungszentralen von Biogasanlagen weisen eine sehr einfache Bedienung mittels eines Touchscreen-Monitors auf, auf dem alle Anlagenteile grafisch ansprechend und leicht verständlich dargestellt sind. Die Bedienung sollte weitgehend selbsterklärend sein.