Biogasnutzung


Biogas ist ein sehr wertvoller Energielieferant und kann sowohl zur Herstellung von Strom als auch zum Produzieren von Wärme gleichzeitig genutzt werden. In den meisten Fällen werden dazu so genannte Blockheizkraftwerke eingesetzt, die nach dem physikalischen Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung arbeiten. Um Biogas für die Strom- und Wärmeproduktion nutzen zu können, muss es allerdings entsprechend aufbereitet werden. Zunächst muss das Gas getrocknet werden, das heißt, der relativ hohe Anteil an Wasser im Gas muss mit geeigneten Mitteln herausgefiltert werden. Dazu befindet sich in den meisten Biogasanlagen ein- oder mehrere Kondensatoren, durch die des Biogas fließt. Hier wird das Gas soweit abgekühlt, dass darin vorhandenes Wasser beziehungsweise Wasserdampf kondensiert und so aus dem Gas ausgeleitet werden kann.

Weiterhin muss das Biogas, damit es in einem Gas- beziehungsweise Verbrennungsmotor verwendet werden kann, entschwefelt werden. Dies kann entweder durch spezielle Aktivkohlefilter, oder aber durch das Einblasen von Frischluft geschehen. Die Entschwefelung ist deshalb notwendig, weil das Gas ansonsten beim Verbrennungsvorgang aggressive Schwefelsäure bilden könnte, die empfindlichen Teile von Motoren angreifen oder gar zerstören kann. Je nach Zusammensetzung des in der Anlage erzeugten Biogases kann es außerdem notwendig sein, den Heizwert des Biogases nachträglich zu regulieren, um einen optimalen Verbrennungsvorgang und damit einen guten Wirkungsgrad bei der Strom und/oder Wärmeerzeugung zu erzielen. Der Heizwert kann insbesondere durch die Zugabe von anderen Gasen wie z. B. Bhutan oder Propan eingestellt werden. All diese Vorgänge laufen normalerweise automatisch in der Steuerungszentrale der Biogasanlage ab. Dort ist in der Regel auch das angeschlossene Blockheizkraftwerk untergebracht, so dass die Aufbereitung des Gases und die anschließende Verbrennung in einem geschlossenen System vor sich gehen kann.

Neben der direkten Nutzung von Biogas durch ein Blockheizkraftwerk innerhalb der Anlage ist es auch möglich, das Gas nicht selbst weiter zu verarbeiten, sondern in das öffentliche Erdgasnetz einzuspeisen. Hier kam es zum Beheizen von Gebäuden oder als Treibstoff für erdgasgetriebene Kraftfahrzeuge genutzt werden. Sofern das Biogas ins öffentliche Netz eingespeist werden soll, muss aber ,zusätzlich zu den oben genannten Aufbereitungsverfahren, überschüssiges Kohlendioxid entfernt werden. Bei der direkten Verbrennung in einem angeschlossenen Blockheizkraftwerk ist dies in der Regel nicht notwendig. Um Kohlendioxid aus dem Biogas zu entfernen, wendet man spezielle Absorptionsverfahren an, die jedoch recht aufwendig und teuer sind.