Füllstationen
Wie der Name bereits andeutet, dient die Füllstation zum kontinuierlichen oder schubweisen Befüllen der Biogasanlage. In Abhängigkeit zur Größe der Biogasanlage gehören zu einer solchen Füllstation in der Regel mehrere Komponenten. Bei einer handelsüblichen Hof-Biogasanlage sind dies folgende: Die Gülle, welche aus den Ställen kommt, wird zunächst in einer Vorgrube gesammelt. Feststoffe, die ebenfalls für die Biogaserzeugung nutzbar sind, werden in Form von Fahrsilos oder in Freigärhaufen gesammelt und für die Beschickung bereitgehalten. Zusätzlich stehen gesonderte Behälter für die Lagerung von Co-Substraten zur Verfügung.
Die Befüllung des Fermenters mit Gülle kann aufgrund der optimalen Fliessfähigkeit in der Regel automatisch erfolgen. Feste Substrat sowie Co-Substrate müssen zusätzlich per Hand oder durch spezielle Füllautomaten zugegeben werden. Um das Substrat ausreichend feucht zu halten, kann zudem eine Wasserleitung an die Füllstation angeschlossen werden, durch die manuell oder automatisch Wasser zum Substrat hinzugegeben werden kann. Eine relativ neue und moderne Lösung, die aber nicht ganz billig ist, ist der Einsatz eines speziellen Beschickungsautomaten. Dieser sorgt dafür, dass die Beschickung kontinuierlich und vollautomatisch vonstatten geht, die Rohstoffe optimal aufbereitet werden und so der Steuerungs- und Energieaufwand der Biogasanlage minimiert werden kann. Der Beschickungsautomat muss dabei lediglich in vorgegebenen Abständen mit neuem Substrat aufgefüllt werden. Mittels spezieller Wiegeeinrichtungen und/oder Zeitsteuerungen sorgt er automatisch dafür, dass stets die richtige Menge der verschiedenen Substrate in den Fermenter eingefüllt wird. Dazu ist er mit Pumpen für flüssige Substrate beziehungsweise spezielle Beförderungseinrichtungen (z.B. Schneckenförderer) für feste Substrate ausgestattet. Für feste Substrate ist außerdem ein Schneid- bzw. Häckselwerk in den Beschickungsautomat eingebaut, welches dafür sorgt, dass die Substrate in einer optimalen Aufbereitungsform in den Fermenter gelangen. Die Steuerung von Beschickungsautomaten erfolgt vollautomatisch durch einen Mikrocomputer.
Neben den vollautomatischen Beschickungsautomaten ist es auch möglich, die Füllstation für den Fermenter auf einen halbautomatischen Betrieb auszulegen. Hierbei muss das flüssige Substrat je nach Bedarf manuell in den Fermenter eingepumpt werden, während die Festsubstrate vom Beschickungsautomaten automatisch aufbereitet und dosiert werden, so dass das Substratgemisch im Fermenter immer die optimale Konsistenz und damit die besten Voraussetzungen für eine effektive Biogasproduktion aufweist.