Sicherheitsfackel
Da in einer Biogasanlage hochexplosive und damit sicherheitsgefährdende Stoffe erzeugt werden, sind besondere Sicherheitsmaßnahmen unumgänglich. So müssen die explosionsgefährdeten Bereiche zum Beispiel besonders gekennzeichnet und abgesichert werden, die Einteilung erfolgt dabei in verschiedene Zonen. Zudem muss die Anlage den brandschutztechnischen Anforderungen entsprechen und außerdem über bestimmte Warn- und Überwachungseinrichtungen verfügen.
Ein grundsätzliches Sicherheitsproblem besteht bei einer Biogasanlage darin, dass bei einem Störfall die Gasproduktion nicht einfach gestoppt werden kann. Ein Beispiel: Die Biogasanlage ist mit einem Blockheizkraftwerk gekoppelt. In diesem Teil der Anlage tritt nun eine Störung auf, so dass das anfallende Gas nicht weiter verbrannt werden kann. Es rückt jedoch immer weiter neues Gas nach. Die Anlage braucht also ein Ventil, um das überschüssige Gas entweder in die Atmosphäre zu entlassen oder es kontrolliert zu Verbrennen. Anderenfalls bestünde für die gesamte Anlage höchste Explosionsgefahr! Als einfachste Lösung könnte man hier ansehen, das überschüssige Gas einfach in die Umgebung abzublasen. Dies ist jedoch im höchsten Grade umweltschädlich, da die im Biogas enthaltenen Stoffe Methan und Kohlendioxid die Hauptverursacher für die Zerstörung der Ozonschicht und damit Auslöser für den Treibhauseffekt auf der Erde sind. Zudem können weitere, im Biogas enthaltene Stoffe wie Schwefelwasserstoff für den Menschen eine tödliche Gefahr darstellen. Aus diesen Gründen ist in den gesetzlichen Regelungen festgeschrieben, dass eine Biogasanlage im Falle einer Störung maximal 20 Kubikmeter Gas kontrolliert in die Umgebung ablassen darf. Da dieses Volumen bei größeren Anlagen aber bei weitem nicht ausreicht, benötigt es noch eine zusätzliche Sicherheitseinrichtung, die im Störungsfall überschüssiges Gas automatisch abbrennt.
Ein besonders wichtiges Sicherheitsfeature einer Biogasanlage ist daher die Sicherheits- oder Gasfackel. Das Gas wird dabei über ein Rohrleitungssystem zur Gasfackel geleitet und dort gezündet. Mehrere, in den Leitungen sitzende Rückschlagventile verhindern, dass die Flamme in die Anlage zurückschlagen kann. Durch den Verbrennungsvorgang wird das Gas für die Umwelt und den Menschen weitgehend unschädlich gemacht. Da eine solche Sicherheitsfackel – zumindest bei kleineren Anlagen - nur im absoluten Notfall benötigt wird, bieten inzwischen viele Hersteller von Biogasanlagen eine mobile Lösung an. Hierbei muss die Fackel nicht mit der Anlage gekauft werden, sondern wird im Störungsfall vom Hersteller oder einem Service-Dienstleister mobil angeliefert und zur Verfügung gestellt. Nach Gebrauch kann sie wieder abtransportiert werden. Die Sicherheitsbestimmungen für Biogasanlagen lassen eine solche Lösung zu – unter der Voraussetzung, dass die mobile Gasfackel innerhalb von 24 Stunden nach Eintreten des Störfalls an Ort und Stelle zur Verfügung steht. Bei größeren Anlagen dagegen gehört eine Sicherheitsfackel oft mit zur Grundausstattung, da hier unter Umständen so viel Gas produziert wird, dass die Weiterverarbeitungs- und Lagerungseinrichtungen dieses Volumen nicht bewältigen können. Sind nun alle Speicher voll und die gasverarbeitenden Maschinen ebenfalls voll ausgelastet, verbrennt die Gasfackel automatisch das überschüssige Gas