Erzeugen von Wärme aus Biogas

Neben Strom erzeugt eine Biogasanlage, die nach dem Kraft-Wärme-Kopplungs-Prinzip arbeitet und der ein Blockheizkraftwerk nachgeschaltet ist, auch Wärme. Diese entsteht dadurch, dass der Motor, welcher zum Verbrennen des Biogases genutzt wird, durch sein Kühlwasser und seine Abgasanlage Wärme abgibt. Diese kann anschließend aufgefangen, umgewandelt und weitergenutzt werden. Sofern der Motor dabei über ein offenes Kühlsystem verfügt, kann das heiße Kühlwasser direkt, das heißt ohne weitere Umwandlung, als Warmwasser zum Beispiel für angeschlossene Wohngebäude genutzt werden. Ebenso ist es möglich, die Wärme des Kühlwassers durch einen Wärmetauscher in Warmluft umzuwandeln und diese anschließend zum Beispiel zum Trocknen von Getreide auf dem Hof oder zum Beheizen von Stallungen zu verwenden.

Ein Teil der erzeugten Wärme wird in jeder Biogasanlage dafür abgezweigt, den bzw. die Fermenter zu beheizen. Dies kann sowohl in Form von Warmwasser, z.B. durch eine Bodenheizung, oder auch durch Warmluft, die durch die Wände des Fermenters geleitet wird, geschehen. Im Fermenter ist bei den meisten Substratarten eine Temperatur zwischen 37 und 55 Grad Celsius notwendig, damit sich die Bakterienstämme optimal entwickeln und ausbreiten können. Durch die Nutzung der Abwärme des Motors zum Beheizen des Fermenters reduzieren sich die Betriebskosten für eine Biogasanlage deutlich. Durch den bereits angesprochenen Zuschlag bei der Einspeisevergütung durch die Verwendung des Kraft-Wärme-Kopplungs-Prinzips wird außerdem ein weiterer Anreiz zum Erzeugen von Wärme aus Biogas geschaffen. Es gibt also mehrere Möglichkeiten, die Wärme, welche bei der Verbrennung von Biogas in einem Blockheizkraftwerk entsteht, zu nutzen. Wenn in der Anlage so viel Wärme entsteht, dass zusätzlich zur Nutzung innerhalb der Anlage ein nennenswerter Anteil übrig bleibt, kann die überschüssige Wärme in ein vorhandenes Nahwärmenetz eingespeist werden. Damit können zum Beispiel Gewerbebetriebe sowie öffentliche und kommunale Gebäude in der näheren Umgebung beheizt werden. Bei größeren Biogasanlagen, in denen sehr viel Wärme anfällt, lohnt es sich auch die entstehende Wärme über größere Entfernungen zu transportieren. Bei größeren Entfernungen ist es dabei grundsätzlich möglich, die Wärme durch Leitungen des örtlichen Gasversorgers fließen zu lassen. Dieses Verfahren ist allerdings nur in enger Zusammenarbeit mit dem Gasversorger umsetzbar und die Kosten sind dabei nicht unerheblich.

Ebenso wie bei der Erzeugung von Strom in der Biogasanlage und anschließender Einspeisung in das öffentliche Stromnetz, wird auch für die Lieferung von Wärme eine Vergütung gezahlt. Im Gegensatz zum Strom lässt sich diese allerdings nicht pauschal festlegen, da ihre Höhe von vielen verschiedenen Faktoren abhängig ist. So spielen zum Beispiel der Übergabeort, die Leitungsbaukosten und ähnliches eine große Rolle.